Die Spinnaker Geschichte

Die Geschichte eines Spinnakers

Heike und Walther Glet

Seit vielen Jahren wünschte sich Walther für unser Segelboot „Skirnisför“ einen Spinnaker. Da recht viele Erneuerungen am Boot anstanden, war ein Kauf unmöglich.

Vom Yachthafen-Flohmarkt in Wedel kam Walther völlig begeistert zurück! Er hatte dort einen Spinnaker gefunden, den er ausprobieren durfte, der passte und der bezahlbar war. Leider war die Segelsaison da schon zu Ende. Das gute Stück kam in einen Sack und in die Segelkammer. Im Frühjahr baute Walther die nötigen Konstruktionen und kaufte einen Baum und Leinen.

Im nächsten Sommer ging die Reise los. Unsere Freunde Petra und Klaus waren mit ihrem „Häwelmann“ wieder dabei. Endlich gab es den richtigen Spinnaker-Wind. Es wurde spannend!!

Beim Hochziehen des guten Stücks blieb uns fast die Luft weg! Das Segel war völlig durchlöchert. Für Heike war die Sache ganz klar: Walther hatte den Spinnaker mit Chemikalien gelagert, was er aber entschieden zurückwies. Enttäuscht packte er das Segel wieder ein und fand dabei die Erklärung für die Löcher auf dem Grund des Sackes. Dort waren Mengen von Mäuseexkrementen. In Walthers Spinnaker hatten im Winter Mäusefamilien genistet. Ihre Ausscheidungen hatten den leichten Segelstoff zersetzt. Wie immer erwies sich Petra als Superfreundin. Bevor Walther das löchrige Segel enttäuscht und traurig entsorgen konnte, stopften wir es in Dänemark in eine Großwaschmaschine, trockneten es und packten es anschließend erstmal ein.

Die Idee zur Rettung des Spinnakers kam uns zuhause in Seevetal. Walther kaufte Nummerntuch, das aufgeklebt werden kann. Zum Glück besaßen wir damals einen beleuchteten Glastisch. Auf den legten wir bei Dunkelheit am Abend Stück für Stück das Segel, schnitten aus dem Nummerntuch verschieden große Kreise ( Gläser, Untertasse, Mittelteller, Essteller, Suppenschüsseln……) und klebten sie beidseitig aufs Segel. Als besonderen Gag bastelte Walther aus dem Nummerntuch eine 1,10 m große Micky Mouse und setzte sie in die Mitte des Segels, Erst am nächsten Morgen hatten wir die langwierige Arbeit geschafft.

Bei unserer nächsten Reise nach Schweden – zu unserer Freude waren Petra und Klaus wieder dabei – kam der Maus-Spinnaker im Kalmar Sund zum Einsatz. Unser altes, schweres und langsames Boot erreichte zum Schluss 8kn!!

Im Hafen von Kalmar war der Maus-Spinnaker am Abend ein lustiges Thema.